Bild Familie im Urlaub: Nicht fliegen oder den Flug CO2-kompensieren

Urlaub, Flug und Klimaschutz: geht das?

In den Sommerwochen steigen wieder viele Menschen noch in die Urlaubsflieger. Doch spätestens seit den Klimaprotesten von 'Fridays for Future' fragen sich immer mehr Menschen, wie sich ein Flug an den Strand und ein Städtetrip noch mit dem Klimaschutz vereinbaren lassen. Ein häufiger Ansatz ist eine "Kompensation" der CO2-Emissionen aus dem Flug. Wir erklären, wie das gehen soll.

Innerhalb Europas sind natürlich Fahrten mit dem Zug oder Reisebus oder Fähre immer eine klimafreundlichere Alternative zum Fliegen. Oder mit dem gut besetzten Auto, vielleicht mit entsprechenden schönen Zwischenstopps. Die Reise dauert aber so lang? Wie wäre es denn dann mit einem Nachtzug? Im Schlafwagen eines Nachtzuges gelangt man von Deutschland aus beispielsweise bis nach Rom, Paris, Zagreb, Wien, Zürich, Moskau und in viele andere europäische Städte. Von Köln aus lässt sich London innerhalb von fünf Stunden mit dem Zug erreichen. Es hilft auch, weniger häufig, aber dann "richtig" zu reisen.

 

 

Wälder speichern Kohlendioxid

Wenn es doch der Flieger ist, gibt es eine andere Möglichkeit, auf die Klimabilanz zu achten. Die Menge an Treibhausgasen, die ein Flugzeug während eines Trips ausstößt, kann man durch Klimaschutzmaßnahmen angehen. Eine Befragung des Umweltbundesamts ergab: 30 Prozent der Befragten kennen die Möglichkeit zur freiwilligen "Kompensation" von Treibhausgasemissionen durchs Fliegen. Acht Prozent aller Befragten geben an, schon einmal einen derartigen "Ausgleich" für ihre durch Flugreisen verursachten ⁠CO2⁠-Emissionen geleistet zu haben.

Anbieter wie Atmosfair und Myclimate haben sich auf Klimaschutzprojekte spezialisiert. Sie pflanzen beispielsweise Bäume, die CO2 aus der Atmosphäre aufnehmen und speichern. Oder sie helfen Menschen in Entwicklungsländern, das Kochen klimafreundlicher zu gestalten. Zum Beispiel mit dem Kauf effizienter Öfen, die weniger Brennholz brauchen als ein offenes Feuer.

Ein Flug von Frankfurt nach Mallorca beispielsweise belastet das Klima mit etwa 227 Kilogramm CO2 pro Passagier. Anbieter setzen da um die sechs Euro pro Strecke an. Für einen Flug nach Bangkok wären es schon 2,5 Tonnen CO2 und 58 Euro. Pro Tonne des Treibhausgases berechnen die verschiedenen Unternehmen etwa 7 bis 23 Euro, Stand 2019.

 

Gold-Standard für die "Kompensation"

Doch worauf sollte man bei der "CO2-Kompensation" achten? Die Zeitschrift „Finanztest“ hat im Februar 2018 verschiedene Anbieter getestet. Mit „sehr gut“ schnitten drei Unternehmen ab: Atmosfair, Klima-Kollekte und Primaklima. Ein „gut“ gab es für Myclimate. Bewertet wurde zum Beispiel die Qualität des angebotenen "CO2-Ausgleichs". Als besonders vertrauensvoll gilt der „Gold Standard“. Dieses Label wurde vom WWF und anderen Umweltverbänden ins Leben gerufen.

 

Grünes Kerosin für Flugzeuge

Langfristig arbeiten Wissenschaftler daran, auch das Fliegen selbst weniger klimaschädlich zu machen. Aus Ökostrom und CO2 lässt sich zum Beispiel etwas synthetisches Kerosin herstellen. Es hätte eine bessere Klimabilanz als Flugtreibstoff aus Erdöl. Untersuchungen sehen dabei das absehbare Potenzial als derzeit und absehbar begrenzt an. Zumal "grünes" Kerosin deutlich teurer ist.

Bis dahin können Flugpassagiere aber schon mit einem rechnerischen "CO2-Ausgleich" die - natürlich leider immer noch vorhandene - Klimabelastung ihres Fluges zu balancieren versuchen. Auch mit dem SAUBER-ENERGIE-CO2-Rechner in Kooperation mit First Climate lassen sich rasch und einfach CO2-Ausstöße abschätzen! Um danach mit Energie anzupacken.

 

 

SAUBER-ENERGIE-Newsletter - jetzt auch anmelden!

NEWSLETTER
Mehr Energiewende in Ihrem Postfach

  • 4× pro Jahr: kompakte Updates rund um die SAUBER ENERGIE
  • Aktuelle Förderprogramme, exklusive Aktionen und Angebote
  • Einblicke in unsere Projekte für Klima- und Waldschutz
Kontakt
Schließen
Kontaktformular
Serviceline

0800 - 11 22 999

Mo.-Fr. 7:30-18:00 Uhr, kostenfrei