KLIMABLOG

06.05.2021

Wandern im Wald - So wird's zum Abenteuer

SAUBER-Wald: Im Wald gibt es vieles zu entdecken
 
Wandern ist vor allem in Corona-Zeiten wieder unser liebstes Hobby geworden. Doch was sollte man vor und während des Wanderausflugs beachten, damit Wanderer und Natur keinerlei Schäden davontragen? Und wie wird die Wanderung zu einem Erlebnis, das man voll und ganz genießen kann? Wir haben Laura, Waldführerin und Naturpädagogin in Wohllebens Waldakademie, gefragt.

 

Was ist die beste Jahreszeit, um den Wald zu entdecken?

Jede Jahreszeit im Wald hat ihren ganz eigenen Reiz. Sogar im Winter gibt es einiges zu entdecken. Wenn man genau hinschaut, leuchtet das grüne Moos von überall her; und ein Blick auf die Knospen und die Rinde kann uns verraten, um welchen Baum es sich handelt. Im Frühling lässt sich am Boden der Kraftakt der farbenprächtigen Frühblüher, wie dem Scharbockskraut oder den Buschwindröschen, beobachten, während die Vögel ihr stimmgewaltiges Konzert zum Besten geben. In den Sommermonaten kann man natürlich aus dem Vollen schöpfen. Die Blätter der Waldbäume sind entrollt, und sowohl die Bäume als auch die tierischen Bewohner sind mächtig aktiv. Allerdings lockt der Herbst mit einem unglaublichen Farbenfeuerwerk aus den schönsten Gelb-, Rot- und Orangetönen. Es ist spannend zu beobachten, wie sich sowohl die Bäume als auch die Tiere eifrig auf den bevorstehenden Winter vorbereiten. Die Wälder rund um die Waldakademie strahlen in diesen Wochen eine ganz besondere Stimmung aus. Daher ist der Herbst ein kleiner Favorit für Entdeckungstouren durch den Wald.

 

Welche Tipps gibst du Tagesausflüglern für ein nachhaltiges Walderlebnis?

Lasst es langsam angehen! Häufig sucht man sich vor einem Ausflug in den Wald eine bestimmte Strecke aus, fährt zum Wanderparkplatz, läuft die Strecke ab, macht vielleicht noch irgendwo eine Rast und kommt am Ende des Tages wieder am Parkplatz an. Ein völlig anderes Erlebnis ist es, wenn man sich keine bestimmte Route vornimmt und sich einfach mal treiben lässt. Wahrscheinlich wirst am Tag nur wenige Kilometer zurücklegen, da dir so viele spannende Details auffallen, sodass du gar nicht weit und vor allem nicht schnell vorankommst. Was sind denn das für Punkte auf den Bäumen? Was ist das für ein Zipfel am Blatt? Welches Tier hat seinen Pfotenabdruck neben der Pfütze hinterlassen? Wer krabbelt da zwischen dem Laub am Boden herum? Setz dich einfach eine Weile unter einen Baum und lausche in den Wald hinein. Wenn du magst, kannst du sogar eine Landkarte der Geräusche erstellen, in dem du auf einem Blatt Papier dich selbst als Punkt in die Mitte zeichnest und anschließend alle Geräusche, die du wahrnimmst, als Wort, Symbol oder kleine Zeichnung auf der Landkarte eintragen.

Hast schon mal versucht, Bäume am Geschmack zu unterscheiden? Genauso wie die Rinde, die Knospen, die Blattform jedes Baumes unterschiedlich sind, so einzigartig sind auch die Geschmacksrichtungen der Bäume. Pflücke einfach ein paar Blättchen von unterschiedlichen Laubbäumen und probiere dich durch! Da Laubbäume wie Buche, Eiche und Birke nicht giftig sind, kannst du gerne beherzt zubeißen. Im Frühling schmeckt es übrigens am besten, im Sommer könnte das Geschmacksexperiment eine etwas zähere Angelegenheit werden.

 

Und welche Tipps gibt es für Waldentdecker mit Übernachtung?

Das Übernachten im Wald ist wohl eine der intensivsten und spannendsten Arten, den Wald zu erleben, mit dem gewissen Hauch von Abenteuer. Gerade ohne Zelt unter freiem Himmel ist es ein wunderbares Erlebnis. Da das Zelten im Wald in Deutschland verboten ist, sollte man vorher in jedem Fall den Waldbesitzer oder die Waldbesitzerin um Erlaubnis fragen. Besonders gut geeignet sind die Trekkingplattformen und Naturlagerplätze, die man mittlerweile in vielen Wäldern Deutschlands buchen kann, z.B. auch in der schönen Eifel.

 

Was sollte man im Wald zum Schutz von Bäumen und Tieren beachten?

Freude am und im Wald ist der beste Schutz. Wenn man sich unterhält, lacht, Spaß hat, wissen die Tiere, dass du offenbar kein Jäger bist, und sie können sich entspannen. Wer Freude am Wald hat, wird den Bäumen in der Regel nicht schaden, ihnen keine Äste abreißen oder sich in der Rinde verewigen. Die kleinen Bäumchen sind übrigens noch sehr biegsam und flexibel, sodass sie sich wieder aufrichten, wenn man versehentlich auf sie tritt.

 

In Deutschland breitet sich der Wolf wieder weiter aus - was muss man als Spaziergänger beachten?

Einem Wolf zu begegnen gleicht einem Sechser im Lotto - ein wahrer Glücksfall. Die Tiere sind in der Regel sehr scheu und nehmen Reißaus, wenn sie unseren Geruch mit der feinen Spürnase über große Distanzen wahrnehmen. Solltest du tatsächlich einem Wolf im Wald begegnen, wird es sich wahrscheinlich um einen neugierigen Jungwolf handeln oder um ein Tier, das so vertieft einer Fährte nachgegangen ist, dass es dich gar nicht bemerkt hat und sich selbst am meisten erschreckt, wenn du plötzlich vor ihm stehst. Ein paarmal in die Hände klatschen und ein lautes „Heee“ werden genügen, um den Tagträumer in die Flucht zu schlagen.

Ein russisches Sprichwort sagt: „Wo der Wolf jagt, wächst der Wald“. Er kann also dazu beitragen, dass die Zahl der Rehe und Hirsche auf ein normales Maß reduziert wird und mehr Bäumchen die Chance bekommen groß zu werden, da ihre Triebe nicht angeknabbert werden. Natürliche Wälder sind jedoch fein austarierte Netzwerke, die bis heute nur ansatzweise erforscht sind. Welche Rolle die unzähligen Lebewesen im Einzelnen spielen, ist gar nicht bekannt und eigentlich auch nicht wichtig. Die Tiere selbst wird die Rolle, die ihnen der Mensch zugeschrieben hat, ohnehin nicht interessieren, und für die meisten Menschen ist ein intakter Wald einfach ein Wohlfühlort. Fest steht, dass der Wolf lange Zeit Teil unserer heimischen Wälder war und wir ihm heute seinen zurückeroberten Platz in diesem Netzwerk nicht streitig machen sollten.

 

Was ist das Wichtigste, was in dem Buch "Gebrauchsanweisung für den Wald” den Leser*innen mitgegeben wird?

Die wichtigste Botschaft ist auch hier wieder: Geh raus und hab Spaß im Wald! Der Wald ist einer der letzten Orte in Deutschland, in denen man noch Abenteuer erleben kann, und es gibt so unglaublich viel zu entdecken. Jeder Waldbesuch wird anders sein und seinen ganz eigenen Eindruck hinterlassen. Übrigens auch für unsere Gesundheit. Dass sich ein Bad in der Waldluft positiv auf unser Wohlbefinden auswirkt, ist mittlerweile sogar wissenschaftlich belegt und lässt sich live sofort und jederzeit erleben.

 

Bücher des Försters Peter Wohlleben

Peter Wohlleben, Deutschlands bekanntester Förster, hat zahlreiche Bücher über den Wald und seine Geheimnisse geschrieben. Diese erhältst du im Shop der Waldakademie. Du möchtest die Faszination Wald live erleben? Die Waldführerinnen und Waldführer der Waldakademie bieten regelmäßige Touren durch den SAUBER-E.-Wald an, dort gibt es vieles zu entdecken!

 

Wie kann man den Wald sonst noch schützen?

Mit unseren Produkten SAUBER STROM und SAUBER GAS stellen wir für jeden Neukunden Waldfläche von  bis zu 5 m2 im Wohlleben Wald unter Schutz, sodass dieser für die nächsten 50 Jahre vor forstwirtschaftlicher Nutzung geschützt wird. Damit trägst du aktiv zum Aufbau eines deutschen Urwalds in der Eifel bei!

Im Juli laufen wir außerdem wieder für den Wald: Mit jedem gelaufenen oder gewanderten Kilometer deiner eigenen Route geht ein Euro an Renaturierungsprojekte in Deutschland. Melde dich jetzt schon an und sei im Sommer dabei!

 

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Laura von Witzenhausen, Wohllebens Waldakademie.

      Unsere Interviewpartnerin Laura von Witzenhausen ist Waldführerin
      und Naturpädagogin in Wohllebens Waldakademie.

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