30.08.2019

Lieblingsort Wald: Wie die ganz Kleinen ihn einfach selbstverständlich schützen

Bild Kinder im Wald: Waldkindergarten, Foto: barbaramatthijs/pixabay
Foto: barbaramatthijs/pixabay

Klimaschutz lebendig machen – Aber wie?

Die Umwelt und vor allem den Wald auf eigene Weise und mit allen Sinnen wahrzunehmen, sie zu erleben und ihren Schutz somit auf ganz natürliche Weise zu begreifen – das wird heute schon den ganz Kleinen durch Projekte, Initiativen und Waldkindergärten ermöglicht.

Bereits im Kindesalter ein Bewusstsein für den Klimaschutz zu schaffen und ihn lebendig zu machen, ist ein wichtiger Baustein der Waldpädagogik.  

Um Organisationen zu unterstützen, die in diesem Bereich aktiv sind, hat die SAUBER ENERGIE Anfang 2019 den SAUBER Waldpreis ins Leben gerufen.

Ein Besuch im Waldkindergarten Knechtsteden

Einer der Gewinner, der Waldkindergarten Knechtsteden bei Neuss in Nordrhein-Westfalen, hat uns eingeladen, den Alltag der Waldkinder einmal selbst mitzuerleben. Das Leben der Kinder und die Arbeit des Vereins haben uns neugierig gemacht, und so machte sich SAUBER ENERGIE Kollegin Nicole  mit einer großen Platte voller bunter, selbstgemachter Muffins auf den Weg in den Knechtstedener Busch.

Nach einem sehr herzlichen Empfang in der Einrichtung ging es direkt raus zu den Kindern, die bereits mit den ErzieherInnen an einem der Waldplätze, dem „dunklen Wald“, unterwegs waren. Nach ca. 15 Minuten Fußweg erreichte sie die Stelle, an der sie zuerst niemanden sah und erstaunlicherweise auch niemanden hörte. 20 Kinder, im Wald, ohne einen Laut. Das erschien ihr reichlich merkwürdig. Nach Verlassen des Weges tiefer in den Wald hinein wurde sie dann fündig.

Waldroutine & grenzenlose Freiheit

Hinter einem kleinen Hügel in einem mit Stöcken umrandeten Kreis saßen die Kinder auf dem Boden und aßen in völliger Ruhe und Zufriedenheit ihr Frühstück. Nicole setzte sich dazu und wurde von 40 fragenden Kinderaugen angeschaut. Sie fragten sich: Wer ist das und warum kommt sie uns besuchen? Weiter ihr Frühstück verspeisend, stellten die Kinder direkt ihre Fragen und banden Nicole sehr warmherzig und offen in ihre Frühstücksroutine ein. Nachdem sie aufgegessen hatten, standen sie auf und hatten freie Spielzeit. Im Wald, ohne Grenzen? Laufen die Kinder nicht weg, war Nicoles intuitive Frage. Ein klares Nein ist die Antwort der ErzieherInnen. Die Kinder sind gemeinsam im Wald und bleiben, ohne darauf aufmerksam gemacht zu werden, alle in sichtbarer Nähe.

12 Kinder spielten permanent eine Stunde lang ausgiebig an einem umgestürzten Baum in der direkten Umgebung - lachten, erzählten und wippten unbeschwert. Eine kleine Gruppe von vier Mädchen, kurz vor ihrer Einschulung, holte eine Decke aus dem Bollerwagen und bastelte mit Papier und Stiften Einladungen für die ErzieherInnen. Wieder andere schnitzten Stöckchen. Nach einer Weile kamen allmählich immer mehr Kinder und fragten die ErzieherInnen, ob sie zu ihrem Baum gehen könnten.

Freies und selbst organisiertes Spielen mit eigenen Auszeiten und einem Ruhebaum

Nicole fragte nach und war überrascht von der Antwort. Jedes Kind sucht sich am Anfang der Kindergartenzeit seinen eigenen Ruhebaum aus, an den es bei Bedarf gehen kann, um sich eine Auszeit zu nehmen. Wie toll dachte sie. Wie einfach Kinder eigenständig lernen, sich Auszeiten zu nehmen, um zu sich zu kommen und gleichzeitig die Bindung zur Natur aufzubauen. Ein toller Grundstein.

Die Zeit verging wie im Flug, die Kinder packten alle Spiel- und Bastelsachen in den Bollerwagen, der jeder Gruppe zur Verfügung steht, und machten sich gemeinsam mit Nicole auf den Rückweg in die Einrichtung.

Beim langsamen Schlendern durch den Wald erfreute Nicole eine Situation ganz besonders. Ein kleines Mädchen sammelte nicht nur Dinge vom Waldboden, die sie schön fand, sondern blieb bei jedem noch so kleinen Teilchen Müll stehen, hob es auf und sammelte es in einer Tüte. Die Aufmerksamkeit der Kleinen für ihre Umgebung ist enorm und das Einsammeln so selbstverständlich wie das Spielen.

Waldfazit

Nicole wird diese kleine Reise in den Waldkindergarten Knechtsteden und der wundervolle Tag im Wald noch lange in Erinnerung bleiben. Nicht nur für Kinder ist das freie Spielen in der Natur ohne Vorgaben, das Neugier und begeistertes Lernen fördert, eine Bereicherung. Auch für uns Großen ist ein Aufenthalt im Wald eine gute Gelegenheit für eine Auszeit aus der Erwachsenen-Welt. Sich in die eigene Kindheit zurückversetzt fühlen und sich gemeinsam mit den Kleinen auch einmal wieder selbst intensiver und als Teil des großen Ganzen wahrzunehmen.

Das SAUBER-ENERGIE-Team freut sich mit den Kindern und ErzieherInnen, die sich mit dem Gewinn aus dem SAUBER Waldpreis einen neuen superleichten Bollerwagen für die tägliche Reise in den Wald anschaffen wollen.

Ihr habt auch schöne Walderlebnisse, die Ihr hier als Anregung für andere teilen möchtet? Nutzt gerne die Kommentare dafür.

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