KLIMABLOG

KLIMABLOG

06.08.2020

Das Klima schwitzt - wir schwitzen mit

Was bedeutet der Klimawandel für den Eisbären?
Wenn die Temperaturen auf der Erde steigen, fehlt dem Eisbären die Lebensgrundlage – er droht auszusterben. | Foto: Gettyimages / Composing: trurnit Publishers
 
 
Das zweitgrößte Landraubtier der Erde, der Eisbär, ist in Gefahr. Neue Prognosen sagen voraus, dass die weißen Riesen bereits bis zum Jahr 2100 in freier Wildbahn aussterben könnten. Dieser Blog-Beitrag zeigt:
 
  • was der Klimawandel für den Eisbär konkret bedeutet
  • außerdem, worin der Unterschied zwischen Wetter und Klima besteht
  • wie sich der menschengemachte Klimawandel auswirkt
  • und welche Maßnahmen dem Klima helfen.

 

Der Eisbär hat es nicht leicht: Tourismus, mehr Schifffahrt, die Förderung von Öl- und Gas in Taiga und Tundra sowie Meeresverschmutzung machen ihm zu schaffen. Besonders problematisch ist für ihn, dass das Eis in der Arktis schwindet. Denn der Eisbär lebt und jagt auf Packeis. Dort wartet er auf Robben und andere Beute, die zum Luftholen an eisfreien Stellen auftaucht. Ohne Eis, auf dem er jagen kann, fehlt ihm die Lebensgrundlage. Aber, wieso schmilzt das Eis überhaupt?
 
 

Die Erde wird wärmer

Die vergangenen Jahre waren außergewöhnlich warm. Stellt sich die Frage, ob das zufällige Wettererscheinungen sind, oder klare Anzeichen dafür, dass sich das Klima verändert und es immer wärmer wird. Dafür ist es wichtig zu verstehen, worin der Unterschied zwischen Wetter und Klima liegt. Einfach gesagt: Klima ist das Verhalten des Wetters über mindestens 30 Jahre hinweg. Ein paar heiße Sommer stehen nicht für den Klimawandel. Dass die Temperatur seit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert immer weiter ansteigt, allerdings schon. Die folgende Grafik von Ed Hawkins, Professor und Klimawissenschaftler aus London, zeigt eindrücklich den drastischen Temperaturanstieg auf der Erde.

 

Temperaturanstieg auf der Erde - Balken
Diese simple, aber eindrucksvolle Grafik macht den Temperaturanstieg auf der Erde sichtbar: Jeder Streifen steht für ein Jahr seit 1850. Blaue Streifen symbolisieren kalte Jahre, rote Streifen heiße. | Foto: Gettyimages / Composing: trurnit Publishers

 

Fakt ist: Bereits jetzt hat die globale Temperatur seit 1900 um 1 Grad Celsius zugenommen. Die Folge ist ein steigender Meeresspiegel. Pro Jahr steigt er um 3,3 Millimeter. In den letzten 30 Jahren ist er bereits um 8 Zentimeter gestiegen.

 

Temperaturanstieg Erde Klimaveränderung

.

Grafik Meeresspiegelanstieg Erderhitzung
Während es auf der Erde immer wärmer wird, steigt auch der Meeresspiegel weiter an: um 3,3 Millimeter pro Jahr. | Fotos: Gettyimages / Composing: trurnit Publishers
 
 

Was beeinflusst das Klima?

Wieso wird es eigentlich wärmer? Verschiedene Faktoren beeinflussen das Klima: die Intensität der Sonnenstrahlen, die Zusammensetzung der Atmosphäre, Meeresströmungen sowie die Lage und Höhe, an der man sich befindet. Wird ein Baustein verändert, beeinflusst dieser alle anderen – das komplexe System verändert sich und mit ihm das Klima. Eine Veränderung können Naturereignisse wie Vulkanausbrüche oder eben menschliche Einflüsse wie CO₂-Emissionen sein. Allein die letzten 70 Jahre waren die wärmsten seit 1500. Steigende Meeres- und Mitteltemperaturen in den letzten 50 Jahren sind weitere Beweise dafür, dass der Klimawandel maßgeblich menschengemacht ist.
 
 

Was haben die Eisbären mit dem Klimawandel zu tun?

Eine Erde, ein Klima? Nicht ganz. Auf der Erde gibt es sechs verschiedene Klimazonen:
 
  • Die Polarzone (Arktis und Antarktis)
  • Die Subpolarzone (Grönland, Sibirien und der Norden Kanadas)
  • Kaltgemäßigte Zone (Alaska und große Teile Russlands)
  • Warmgemäßigte Zone (Europa, USA oder Japan)
  • Subtropen (Indien, Nordafrika, Australien)
  • Tropen (nördliches Südamerika, Zentralafrika, Südostasien)
 
Je nachdem, in welcher Zone Tiere und Pflanzen leben, sind sie perfekt an die Bedingungen vor Ort angepasst – wie der Eisbär an die extreme Kälte der Arktis. Sie sind aber eben nur auf diese Bedingungen eingestellt. Wenn sich das Ökosystem ihrer Klimazone ändert, können sie sich nicht schnell genug anpassen. Den Eisbären bleibt deshalb jedes Jahr weniger Zeit, um auf dem Eis jagen zu gehen: Der Frühlingsanfang verschob sich auf der Nordhalbkugel in den letzten Jahrzehnten jeweils rund drei Tage nach vorne – pro Jahrzehnt. Heißt, das Eis schmilzt immer schneller. Das reduzierte Nahrungsangebot führt zu weniger Nachwuchs und den Eisbären fehlt die Kraft zum Jagen – die Spirale, die die Eisbären bedroht, dreht sich immer schneller.
 
 

Sind die Eisbären noch zu retten?

Die Aussichten sind düster für Eisbären – genauso wie für viele andere Arten auch. Forscher aus aller Welt haben sich deshalb unter der Initiative „Drawdown“ versammelt. Sie haben in einem Katalog 80 Maßnahmen zusammengestellt, wie der weltweite CO₂-Ausstoß entscheidend reduziert werden könnte, um dem Klimawandel Einhalt zu gebieten. Damit hätten auch die Eisbären noch eine Chance.
 
Die Top-10-Maßnahmen der Initiative „Drawdown“ um den CO₂-Ausstoß reduzieren
 
Platz 10: Die 14-fache Menge kleiner Solaranlagen (etwa auf Hausdächern oder Fabriken) könnte bis 2050 etwa 25 Mrd. Tonnen CO₂ einsparen.
 
Platz 9: Die Viehhaltung in halboffenen Weidelandschaften (Wald und Weide) würde 31 Mrd. Tonnen CO₂ einsparen. Die dichtere Vegetation verhindert Bodenerosion, nimmt Nährstoffe besser auf und bindet Methan.
 
Platz 8: Der Ausbau von Solarfarmen und Solarkraftwerken von global aktuell vier auf zehn Prozent würde 37 Mrd. Tonnen CO₂ einsparen.
 
Platz 7: Würden Frauen überall auf der Welt das Recht bekommen, die Familienplanung selbst zu bestimmen, könnten 51 Mrd. Tonnen CO₂ eingespart werden. Denn bessere Gesundheit und mehr Wohlstand reduzieren Bevölkerungswachstum und Emissionen.
 
Platz 6: Würde man weltweit Bildungschancen, Emanzipation und Chancengleichheit von Mädchen verbessern, würde der höhere Lebensstandard ein nachhaltigeres Leben ermöglichen und die Aktion noch einmal 51 Mrd. Tonnen CO₂ einsparen.
 
Platz 5: Bis 2050 müssten Regenwälder um mehrere Hundert Millionen Hektar wieder aufgeforstet werden, um 61 Mrd. Tonnen CO₂ einzusparen. Verstärkt würde dieser Effekt durch das Aufforsten von Mischwäldern in Europa. Weitere Tipps zum Schutz für Bäume gibt’s in unserem Blogartikel aus Juli zum Thema Baum.
 
Platz 4: Würde bis 2050 die Hälfte der Menschheit mehr Obst und Gemüse statt tierischer Produkte essen, könnten 66 Mrd. Tonnen CO₂ eingespart werden.
 
Platz 3: Ein Drittel weniger Lebensmittelverschwendung bis 2050, und wir könnten fast 71 Mrd. Tonnen CO₂ einsparen. Und dazu eine riesige Nutzfläche.
 
Platz 2: Ganze 85 Mrd. Tonnen CO₂ könnten bis 2050 zusätzlich eingespart werden, würden wir global die Nutzung der Windkraft an Land von vier auf 20 Prozent anheben.
 
Platz 1: Klimakiller Nummer eins sind paradoxerweise – Klimaanlagen. Sie werden weltweit mit Kühlflüssigkeiten betrieben, die ein sehr klimaaktives Treibhausgas freisetzen:
Fluorkohlenwasserstoff ist etwa 2.000-mal schädlicher als CO₂. Deshalb stellt die Industrie
auf Propan-Anlagen um. Bis 2050 können wir dadurch stolze 91 Mrd. Tonnen CO₂ einsparen.
 
 
 

Dein CO2-Fußabdruck

 

Deine kleinen Schritte

... für ein nachhaltigeres Leben „zum Mitnehmen“.
 
Diese kleine Erinnerungshilfe soll dich dabei unterstützen, auch im Alltag zum Klimaschutz beizutragen. Wenn du möchtest, kannst Du im Laufe der Zeit auch abhaken, was du schon umgesetzt hast:
 
 

 

 

Klimaschutz gegen Erderhitzung Tipps auf einen Blick

 

 

Weitere Ideen kannst du gerne und jederzeit mit uns und allen anderen Leserinnen und Lesern teilen. Schreib sie einfach in die die Kommentare.

 

#365TageKlimaschutz
#SauberEnergie

Zurück

Einen Kommentar schreiben

Was ist die Summe aus 1 und 9?
Kontakt

Serviceline:

0800 - 11 22 999

Mo.-Fr. 8:00-20:00 Uhr

(Kostenfrei)

Los gehts
Anzahl Personen